JWD.

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Shows moderieren, Preisverleihungen hosten, mit Werbung viel Geld verdienen, geil aussehen und jetzt auch noch ein Magazin – gibt es etwas, was Joko Winterscheidt eigentlich nicht kann? Wer so viel Erfolg hat, braucht auf den Hate nicht lange zu warten, das kennt Joko bestimmt schon sehr gut. Er steht da drüber, da sind wir uns sicher. Und versuchen, ganz neutral an Joko Winterscheidts Druckerzeugnis ranzugehen, das im April unter der Stern-Marke erschienen ist.

Ein Magazin fest mit einem bekannten Gesicht zu verknüpfen, kann super funktionieren. Barbara Schöneberger hat das mit Barbara gezeigt und vor ihr Linda de Mol, deren Magazin Linda es schon ewig (und sehr erfolgreich) gibt. Also warum nicht auch Joko?

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Joko ist “Editor-at-very-large”, aber das ist egal – er ist mehr der Aufhänger für die Geschichten und ja weniger ein Journalist. Ein bisschen anarchisch, ein bisschen mutig und irgendwie in der ganzen Welt unterwegs – damit verbindet man den Moderator, und dafür soll auch JWD. stehen. Deutschland ist schon manchmal crazy und die Welt dann richtig verrückt – dafür geht es nach Teneriffa mit fremdem Gepäck, zu einem Tinder-Date nach Paris (aber halt nackt), in ein Dortmunder Bordell mit Sex-Puppen.

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Hinten im Heft geht’s dann um Stil, also um schöne Sachen, die man kaufen und tragen kann. Und ein Funken Popkultur kommt hier und da auch noch vor. Sieht man sich die Kolumnen und Pieces an, dann muss man schon an die NEON denken und erst recht bei den Reportagen, die alle Abenteuer schreien – und, na ja, ganz okay gehen. Extra-Props gehen an den Anzeigenverkauf, denn auch bei der Werbung im Heft ist Joko persönlich dabei (Audi, s.Oliver). Aber wenn’s dem Erfolg hilft – why not?

Warum soll ich das lesen?
Der Gesamteindruck: Geht in Ordnung, wenn Du zur Zielgruppe gehörst. Außerdem: Die erste Ausgabe hat sich schon sehr gut verkauft und alle Ampeln stehen auf Grün. Nur die Hashtags überall nerven, sind die nicht eher so 2011?

Risiken und Nebenwirkungen
Vielleicht stellt sich JWD. doch nicht als Nachfolger der NEON heraus. Die Tipps zum Erwachsenwerden und erfolgreicher Beziehungsführung müssen dann woanders herkommen.

> JWD. online

Sven Job

Serienmagazin

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Amazon Prime, Sky, Netflix, legal oder illegal – Serien schauen ist schwer angesagt. Und wir gehen davon aus, dass Ihr das genauso gerne macht wie wir. Comedy, Fantasy, Sci-Fi, Drama – im Moment scheint der Output geradezu zu explodieren. Vor allem Netlfix scheut keine Kosten und verpflichtet Stars wie Adam Sandler und Dave Chapelle oder holt gleich ganze Franchises aus der Versenkung wie Full House und Star Trek, um die Gemeinde zu versorgen. Da verliert man schon mal die Übersicht – und dafür gibt es jetzt das Serienmagazin.

115 Neustarts werden hier vorgestellt und bewertet. Viele nur knapp, aber bei dieser Masse ist das wohl der einzige Weg. Es steht auch dabei, wo die Serie zu sehen ist – sehr praktisch. Für einen Überblick mag das ganz gut sein, aber natürlich hat jeder was zu meckern: Einige sehr populäre Serien sind drin, andere dann aber nicht. Und manche Neustarts sind eigentlich gar keine, sondern laufen schon eine Weile. Das Titelthema zu “Game of Thrones” ist nicht viel mehr als eine Tour zu den schönsten Drehorten Europas – es dauert noch eine Weile, bis es mit der Show in die finale Staffel geht, wirklich Neues gibt es da kaum zu berichten. Und das größte Problem: Infos zu neuem Serienstoff, Schauspielern, wie & wann es weitergeht – das passiert online alles so schnell, das dieses Magazin, das zunächst nur halbjährlich erscheinen soll, da hinterhinken wird.

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Darum ist es umso wichtiger, mit Tiefgang zu punkten – also Interviews, Reportagen, Making Ofs. Im Serienmagazin findet sich ein Interview mit Gillian Anderson und David Duchovny zu “Akte X” und eins mit Daniel Brühl zu “The Alienist”. Die Darsteller von “Will & Grace” sprechen über ihr Seriencomeback. Dieser Magazin-Teil ist noch ausbaubar. Warum nicht z.B. einen Essay bringen über die Renaissance von (dystopischen) Sci-Fi-Serien, von denen es im Moment so viele gibt (“Altered Carbon”, Black Mirror”, “Westworld”, “ST Discovery” etc.)?

Das Potential ist da und ich wünsche dem Magazin den Erfolg, den z.B. torrent leider verwehrt blieb. Denn im Moment sieht es im Zeitschriftenregal bei diesem Thema ziemlich dünn aus. Solange die Zielgruppe groß genug ist, müssten sich doch auch genug Leser finden, oder?

Warum soll ich das lesen?
Wenn es wieder heißt, lies doch mal was, anstatt immer nur zu glotzen, dann kannst Du auf das Serienmagazin verweisen. Auch, wenn es nur halb zählt.

Risiken und Nebenwirkungen
Mit Deiner Seriensucht wird es noch schlimmer – 115 Neustarts. Hundertfünfzehn – und nur ganz wenige fallen in der Bewertung durch. Die musst Du alle sehen, alle!

> Serienmagazin online

Sven Job

Run For Your Life

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Run for your life conjures danger or life threatening urgency. This “magazine about everyday runners” sets a different tone than the pop-cultured sentiment. A simple, easy-to-read layout that contains a 4-5 page interview with runners from all walks of life. The editors interview Englanders who run ultra-marathons and races, but also runners who just run for the feel of it – no technology included.

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Each interview starts off with the same question, “Why did you start running” and then spins into a deeply personal interview about the person’s journey with running. Sometimes it’s not just person, but becomes political as well. For instance, a couple of the interviewees discuss on their experience in running in the Palestine Marathon: Freedom of Movement. In particular, one Grace reflects during a challenging part during her marathon: “In my head I’m thinking the reason I’m running this race is for the benefit of these boys and families”.

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This part stayed with me not only as a runner but as an educator. It shows clearly that running can make a positive change.

I am an inconsistent runner. Some months I compete in races and other months I don’t do a thing. Run For Your Life has inspired me to start up again. It’s also added a few things on my To-Do list, such as reading Murakami’s book “What I talk about when I talk about running” and learning more about Palestine Marathon: Freedom of Movement. Run For Your Life is just a beginning, and that’s what makes it a fresh entry into the magazine world.

Feel better about your running regime. Running is different for everyone!

> Run For Your Life on Kickstarter (successfully backed)

Courtney Moore

Amiga Joker (Neuauflage)

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Ein letztes Mal überraschen wir Euch mit einer Magazin-Kritik dieses Jahr. Und es ist – die Wiederauflage einer alten Fachinstanz für Games auf dem Amiga. Erschienen zur Amiga32, einer Convention für unverbesserliche Amiga-Fans, liegt hier also die einmalige Sonderausgabe vor mir. Die zeigt auf jeden Fall eines: Mit der Retro-Brille betrachtet geht alles!

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Diese Neuauflage des Amiga Joker ist ein Fan-Ding, ganz klar. Gemacht von denselben Leuten, die damals in den Redakteursstuben saßen. Dementsprechend spitz ist die Zielgruppe – nämlich die Leser von damals. Ist doch prima so – alle bekommen, was sie erwarten. Es werden auch tatsächlich Spiele besprochen, die dank lebendiger Szene immer noch neu erscheinen. Und andere werden mit modernen Gegenstücken verglichen. Dabei ist dieses Heft auf jeder einzelnen Seite auf kompromisslose Weise anachronistisch – alles ist wie damals, Layout, Sprache, und auch die Wertungskästen, die heute so bescheuert antiquiert wirken. Und guckt euch mal das Cover an! Ich habe damals übrigens eher die ASM gelesen. Später dann PC Action. Logisch, dass ich also nix davon verstehe!

Warum soll ich das lesen?
Mümmelt Euch warm zuhause ein – und geht voll retro mit dem Amiga Joker. Vielleicht nicht mit dieser Ausgabe, aber online gibt’s genug von diesem Kram!

Risiken und Nebenwirkungen
Das alles interessiert unsere Zielgruppe eigentlich gar nicht, wetten? Happy new year 2018!

> Amiga Joker Neuauflage bestellen im Shop
> Alte Amiga Joker-Ausgaben zum Nachlesen

Sven Job

So you want to publish a magazine?

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So you want to publish a magazine? ist ein tolles Buch für alle, die mit dem Gedanken spielen, selbst ein Magazin zu machen, und auch sehr interessant für alle, die schon mittendrin sind und noch ein paar Ratschläge gebrauchen können. Mit dieser Kaufempfehlung ist das Wesentliche eigentlich schon gesagt. Und jetzt die Langform, bitte!

Eine gute Idee allein reicht ja (leider) nicht. Schon viele haben frustriert aufgegeben, weil es im Prozess irgendwann anfängt, zu haken. Um also die Stolpersteine, die es gibt, so gut wie möglich zu umgehen, ist das Buch in Kapitel aufgeteilt, die für sich genommen alle wichtig sind. Ein Magazin auf die Beine zu stellen ist ein Abenteuer und na klar liegt der Reiz auch darin, viele Entscheidungen auf dem Weg und mehr oder weniger spontan zu treffen. Darum ist So you want to publish a magazine? auch mehr als helfende Hand zu verstehen, wenn man nicht mehr weiter weiß, und nicht jedes Kapitel absolute Pflichtlektüre. Denn sonst geht bestimmt auch viel von dem Spaß und der Kreativität verloren, noch bevor es richtig losgeht.

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Aber das Buch stellt viele kluge Fragen, von denen es lohnt, sich selbst wenigstens einige schon früh zu beantworten: Warum will ich ein eigenes Zine? Wer sind meine Vorbilder? Ist es ein moderner Macher wie Tyler Brûlé oder ein Indie-Einzelkämpfer wie Tristan Rodgers? Welche Geschichten soll mein Magazin erzählen und vor allem wie? Wer hilft mir dabei? Später dann: Soll es Werbung im Zine geben? Wie bringe ich den Kiosk dazu, mein Baby ins Regal zu stellen? Und wo kann ich Gleichgesinnte treffen?

Viele Beispiele zeigen verschiedene Wege auf, auf denen Du Dein Ziel erreichen kannst: Deine Vision zu verwirklichen. In Interviews erzählen Protagonisten von ihren Erfahrungen: der Drucker, der Chefredakteur, der Verleger, der Verkäufer. Und alle teilen unsere Leidenschaft. Es kann losgehen!

Von der ersten Checkliste über den ersten Business Plan bis zu ersten Ausgabe ist dieses Buch ein hilfreicher Begleiter für einfach alle Aspekte des Magazin-Machens. Und spätestens wenn sich die ersten Erfolge einstellen, merkst Du: Sky is the limit!

> So you want to publish a magazine?
Laurence King, 2017

Sven Job

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