Lucky Peach

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Lucky Peach ist ein Food-Magazin, wie es wohl nur aus New York kommen kann. Bunt, kreativ und kosmopolitisch. Hier sind die Küchen dieser Welt zu Hause – manchmal Tür an Tür. Es gibt wohl kein Gericht, dass Du in dieser Stadt nicht probieren kannst. Aber Lucky Peach selbst ist weit entfernt von einer hübsch gestalteten Rezeptesammlung. Vielmehr werden wunderbare Geschichten erzählt – grandios bebildert und illustriert. Allein schon die Cover sind ein Genuss.

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Das Magazin erscheint seit 2011 quartalsweise und widmet sich immer einem Thema, das meist erst auf den zweiten Blick etwas mit Essen zu tun hat. In der Vergangenheit waren das unter anderem “Travel”, “Gender” oder eben – “The Seashore”. Geschichten vom Meer und seinen Gaben an uns hungrige Seelen. Dabei findet sich eine kulinarische Reise zu den Drehorten des Films “Goonies” an der Küste Oregons ebenso wie ein Bericht über die Fischer des Gazastreifens. Ansprechende Fotos, Zeichnungen und Illustrationen ergänzen die Artikel. Lucky Peach geht ganz nah dran – Muscheln, Fisch und Seetang inklusive. Die Seiten verströmen Meeresgeruch, und das Blättern durchs Heft regt alle Sinne an. Toll!

Warum soll ich das lesen?
Weil Food-Magazine genau so aussehen sollten.

Risiken und Nebenwirkungen
Du bist eher so der Berg- und Knödel-Typ, Seegurken und Konsorten sind weniger Dein Fall. Lucky Peach ist trotzdem einen Blick wert.

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Florian Tomaszewski

MC1R

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Fest entschlossen blickt uns das Mädchen auf dem Cover entgegen, kämpferisch, fast schon trotzig. Keine Frage, rote Haare bedeuten serious business. Und darum hat Tristan Rodgers auch MC1R aus der Taufe gehoben und via Crowdfunding finanziert. Denn Gingers wird im täglichen Leben immer noch oftmals mit Skepsis begegnet. So ein Magazin war also überfällig, oder?

Der Club der Redheads ist ziemlich exklusiv; hierzulande gehören z.B. nur zwei Prozent der Bevölkerung dazu. Ein bisschen ist MC1R daher auch ein Selbsthilfe-Magazin, in dem rothaarige Menschen zu Wort kommen und davon erzählen, wie sie ihre Haarfarbe geprägt hat. Sprüche gehören dazu, wie etwa dieser hier: “Rote Haare, Sommersprossen, sind des Teufels Artgenossen.” Nicht ohne. In der Popkultur kommen die Gingers meistens auch nicht gut weg – wie etwa in einer South Park-Episode, die in einer Hexenjagd mündet.

Da möchte man ehrlich gesagt lieber Blondine sein. Wobei – denen gehört vielleicht die Welt, aber ein so stylishes, schickes kleines Heft haben sie nicht. Nimm das, Mehrheit!

Warum soll ich das lesen?
Steht im Heft: “You can sleep with a blonde, you can sleep with a brunette, but you’ll never get any sleep with a redhead!”

Risiken und Nebenwirkungen
Keine. Den Rothaarigen die Welt!

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Anmerkung: Der Autor ist brünett, fühlt sich aber in der gesichtslosen Masse wohl. Rothaarige Frauen fand er schon immer toll, für seine Vorbehalte rothaarigen Männern gegenüber schämt er sich inzwischen und gelobt Besserung.

Sven Job

Wired

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Auf dieses Magazin haben anscheinend viele gewartet. Nach fünf Testpublikationen ist dieser Tage die erste reguläre Ausgabe des deutschsprachigen Wired-Magazins erschienen. Zehn sollen es pro Jahr werden. Das Medienecho ist groß, schließlich genießt das amerikanische Muttermagazin seit seiner ersten Ausgabe vor mehr als 20 Jahren einen legendären Ruf – auch hierzulande. Der Zeitpunkt für eine deutsche Veröffentlichung war überfällig, der Geek längst im Mainstream angekommen und die Digitalisierung der Gesellschaft schon lange keine Science-Fiction mehr.

Die erste Ausgabe stimmt optimistisch. Das Heft ist in die Rubriken “Kosmos”, “Play”, “Skills” und “Gadgets” unterteilt, die sich mit dem Menschen in einer technologisierten Umwelt befassen. Porträts von Entwicklern und Gründern finden sich im Heft ebenso wieder wie eine Auseinandersetzung mit der menschlichen Identität im Internet. Besonders hervorzuheben sind die ausführlichen Reportagen über den Software-Entwickler und Gründer Ijad Madisch sowie ein Dorf in Sachsen, dessen Böden Seltene Erden enthält. Ein themenfremder Artikel, der sich mit der Zusammensetzung von Sriracha Hot Chili befasst, irritiert eher.

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Gelegentlich sind die Seiten etwas zu vollgepackt, hier wäre ein schlankeres Design und mehr Übersicht wünschenswert, auch wenn man natürlich das Layout der englischsprachigen Ausgabe übernommen hat. Wer Wired in die Hand nimmt, starrt ja wahrscheinlich schon den ganzen Tag auf sein Smartphone oder den Bildschirm seines Computers, da wäre etwas Erholung für die Augen schön. Ansonsten kann man nur hoffen, dass Wired hierzulande genügend Leser finden wird und das Magazin uns auch weiterhin die Zukunft erklärt.

Warum soll ich das lesen?
Du hast alle Staffen von “The Big Bang Theory” zu Hause und Deine Sätze haben meist 140 Zeichen? Du wirst Dich über Wired freuen.

Risiken und Nebenwirkungen
Das Lesen lenkt ab. Deine Timeline füllt sich und viele WhatsApp-Nachrichten bleiben unbeantwortet. Die digitale Welt schreit nach Dir.

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Florian Tomaszewski

Allmountain

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In den besten Nischenheften geht es um Abenteuer. Für den einen heißt das, zum ersten Mal ein Kobe-Steak auf offener Flamme zu grillen, für die andere vielleicht, auf das Kind in sich selbst zu hören und mit dem Basteln anzufangen. Von Beef bis Flow ist mittlerweile für jeden das Richtige dabei.

Aber hey, natürlich bleiben die größten Abenteuer diejenigen, bei denen man Finger und Zehen, sogar Arm und Bein verlieren kann – aber mit viel Glück auch Freundschaft mit einem Yeti schließt.

Allmountain will – sorry! – hoch hinaus. Und will dabei vermitteln, was die Faszination ausmacht, die Steilwand eines 8000ers hochzuklettern, um dann wieder runterzusausen. Wenn man das überlebt. Das gelingt der Neuauflage dieses Magazins ziemlich gut. Die Bilderstrecken von den Alpen, von Borneo und Feuerland sind teilweise atemberaubend – und geben einen Eindruck von Euphorie, Respekt und Schrecken, die wir bei ihrem realen Anblick wohl empfinden würden.

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Die Reportagen begleiten Bergsteiger, die sich noch als Pioniere verstehen – auch wenn das inzwischen schwierig geworden, fast jede Bergspitze schon erklimmt worden ist. Aber eben: nur fast. Und wenn es nicht klappt und man umkehren muss? Dann ist das eben so. Auch dafür ist in Allmountain Platz. Und für den Bernhardiner Barry, der 40 Menschen aus Lawinen gerettet haben soll. Für todgeweihte Legenden der Szene. Für Gedanken über Kontrollverlust und Selbstinszenierung. Und für den Duft von Reinhold Messner.

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Warum soll ich das lesen?

Bergsteigen ist bestimmt eines der letzten großen Abenteuer da draußen. Okay, Urzeitkrebse, Kinder großziehen und das Internet vielleicht auch noch.

Risiken und Nebenwirkungen
Ganz schön viel Wirbel um das bisschen Schnee auf irgendwelchen Hügeln am Ende der Welt. Außerdem haben Dich die Yeti-Beweise von Reinhold Messner noch nie überzeugt.

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Sven Job

Biss

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Darf man das so sagen? Ich sag’s einfach mal: Vor Kurzem war ich das erste Mal in München. Und während meine Eindrücke noch frisch sind, stehen meine Klischeevorstellungen einer objektiven Haltung gegenüber München immer noch etwas im Weg. Zeigt sich das Wesen einer Gemeinde in ihrem Straßenmagazin? Ich gehe mal davon aus. Biss soll mir helfen, diese Stadt besser zu verstehen. Grüß Gott, Bavaria!

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Also: Biss macht einen aufgeräumten Eindruck, sauber, wirklich. Dem Layout nach. Und das haben schließlich Profis gemacht: Man könnte es im Innenteil glatt für das Zeit- oder SZ- Magazin halten. Kein Wunder: Martin Fengel z.B. illustriert nicht nur dort, sondern verleiht auch Biss seine eigene Note.

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Und der Inhalt? München soll ja auch mal etwas kleingeistig sein. Aber adrett. Aufgeräumt auch. Da passt es gar nicht, dass Ali Mitgutsch, der Held unserer Kindheit und selbst ein Ur-Münchener, mit einem Interview vertreten ist. Seine Wimmelbücher sind ja auch nicht ordentlich, sondern strotzen vor Chaos. Und kleingeistig und sauber stimmt auch nicht: Ein ausführliches Feature lässt Menschen zu Wort kommen, die in ihrer Familie Alkoholismus erlebt haben. Guter Journalismus ist das, aber nicht bieder. Biss gehört bei den Straßenmagazinen sicher zu den besten.

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Sven Job

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