“Always a pleasure, never a chore”: Interview with Newspaper Club

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Newspaper Club is a service that lets you print your very own newspaper slash magazine – no matter whether it’s just one copy or thousands of it. We talked to Anne Ward and her team about this crazy little idea called print.

Nowadays, more and more journalistic and editorial matters are played out digitally, circumventing the use of paper completely. What’s behind the idea of Newspaper Club?
We love digital, but we also believe that print’s not dead. It’s a physical, tactile medium that is great for sharing ideas. Newspapers have a tremendous history and they’re a huge part of popular culture – we wanted to open the industry up for non-traditional publishers to see how newspapers adapt to 21st century life.

We’ve printed for a wide range of customers, including big tech companies like Facebook, Dropbox and Mailchimp – so it shows that digital and print can work well together.

Can you explain in just a few words how anyone can make his own newspaper and how do you come into play?
We offer free design software, clear guidance and friendly support to help everyone get their ideas into print. We put prices and as much information on our website as we can, so we’re open about how things work. Our business is totally online, so you can order 24/7 and we’ll ship to most countries in the world.

From which countries are most of your users? Are there a lot German users?
Our users are roughly 60% UK-based and 40% overseas. The second biggest market is the US, with Germany behind that.

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From circulation numbers to size and layouts: Is independent publishing really for everyone?
We’ve noticed that people tend to choose different formats for different uses. Tabloids are a good all-rounder, minis are great for magazines and events, and broadsheets are handy for more serious publications, when you want a bigger page to spread out.

Digital printing is useful for small runs, so it’s popular with design students and individuals making newspapers for celebrations like weddings or birthdays. Traditional printing is popular with larger organisations – we print a lot of catalogues for design companies and retailers, as well as programmes for festivals and exhibitions.

I looked on your website and see that many publications can’t be bought from your page directly. Why is that?
This could be for a few reasons:
a. You can share all sizes in The Newsagent, but only digital tabloids can be sold,
b. we can only sell them in the UK, so publishers with an international audience may not put their newspapers up for sale and
c. many newspapers are created to be given away rather than sold.

Is there a newspaper you’re especially proud of? On the other hand – are there production orders you had to deny?
We’re always pleased to help customers get regular publications off the ground. We love The Bedford Clanger – a local newspaper for Bedford in the UK. They’ve been printing with us since our early days and it’s been great to see the newspaper and its team grow.

It’s very rare for us to turn down a job – we’ve only done this once that I’m aware of, because the subject was potentially libellous.

What is the weirdest/strangest newspaper you ever publicised? What the biggest, smallest, most successful one?
We print lots of really unusual newspapers! This week we have one about potatoes and another one about peas. We’ve printed newspapers for every life stage from births to graduations to funerals – they are all really touching.

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We’ve also had customers get really creative with modifying their newspapers after they’ve received them. The Dab Hand was hand stitched to tear into two parts, and the creators of UC Quarterly added their own covers made from discarded test sheets reclaimed from a printer.

We recently printed our biggest order to date – nearly one million menus for YO! Sushi. They wanted the menu to feel like a zine, with illustrations and articles about Tokyo. They’re popping up in their restaurants now, and it’s been exciting to see the response.

Thank you for your time!

Got you interested? Have a look on Newspaper Club website and see what newspapers and magazines they publish!

Das Gespräch führte Sven Job

Spiel doch!

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Die Siedler von Catan, Rommé, Monopoly, Tabu: Brett- und Kartenspiele in geselliger Runde kloppen, natürlich bis tief in die Nacht – geht’s noch deutscher? Und – geht’s noch nerdiger? Wenn dann im Heft auch noch Star Wars vorkommt, sind wir dabei. Schließlich sind wir auch nur Freaks!

“Der Trend geht zum Dritt-Monopoly”

Im Vorwort der zweiten Ausgabe bezeichnet sich Spiel doch! als “das am wenigsten arrogante Spielemagazin”. Das sagt einiges über die Spiele-Szene aus. Ganz klar: Brettspieler sind Teil eines elitären Kreises, der sich über Charakterwerte, Monopoly-Sondereditionen und das Kennerspiel des Jahres austauscht. Und die ganzen Schränke voller Spiele im Wohnzimmer stehen hat. Wir Außenseiter müssen uns mit Mau-Mau begnügen!

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Vielleicht auch alles Quatsch. Denn so schnell man bei Carcassonne einsteigen kann – Ihr wisst schon, das Spiel mit den kleinen grünen Legekarten – so schnell gelingt auch der Einstieg in Spiel doch! Features wechseln sich mit Spieletests ab, dazwischen werden Autoren vorgestellt und auch mal Entwicklungen der Branche unter die Lupe genommen – etwa in einem ausführlichen Bericht über den Star Wars-Wahnsinn, der auch die Brettspielwelt in vielen Sondereditionen erreicht hat. So ist Spiel doch! ein guter Einstieg in dieses Hobby. Kritikpunkt sind allerdings ausgerechnet die Reviews, die zu oft nur die Spielregeln erklären, anstatt wirklich auf Komplexität, Glücksfaktor oder Atmosphäre einzugehen.

Warum soll ich das lesen?
Wie in vielen dieser Magazine gibt’s auch hier ein Gimmick, das Dich zum Kauf animieren wird – zwei Plättchen für Carcassonne! Seit den YPS-Urzeitkrebsen haben wir nichts dazugelernt.

Risiken und Nebenwirkungen
Dass sich Johannes B. Kerner im Interview als Fan von Gesellschaftsspielen outet, macht dieses Hobby wieder eine ganze Ecke zweifelhafter.

> Spiel doch! online

Sven Job

Voortuin

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Ein Flyer, ein Diapositiv, eine Bedienungsanleitung, eine Postkarte, eine Broschüre, eine CD-Rom (als Geheimsache eingestuft) und Donald Trump – schon verrückt, was uns so ins Haus flattert!

Voortuin legt mit dieser bunten Wundertüte an Möglichkeiten ein kleines Storytelling-Experiment vor. Die Inhalte sind über alle Datenträger verteilt und können alles Mögliche sein: Bilddateien, Anleitungen, das besagte Dia mit dem Motiv einer jungen Frau. Texte zur Selbsthilfe und zur (beruflichen) Selbstoptimierung scheinen das Motiv dieser Ausgabe auszumachen: Sei erfolgreich! Wenn es sein muss, auch mit Betrügereien! Get rich, or die tryin’!

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Spannend ist das auf jeden Fall. Schließlich lege ich mit zitternden Fingern die CD ein, die in roten Lettern warnt: confiidential! Ich öffne Laufwerk E: und darin finden sich Text-Dateien mit Gedichten und Geschichten, .jpgs und Verlinkungen auf Wikipedia. Es wirkt ein wenig, als wäre alles in Eile auf die CD gebrannt worden – vielleicht im Büro, tief in der Nacht, wo nur noch die Putzkolonnen einen dabei stören, seine Spuren zu verwischen und verbrannte Erde zu hinterlassen?

Warum soll ich das lesen?
Auf faszinierende Weise verwischt Voortuin die Grenzen zwischen Journalismus und Konzeptkunst. Und dass ein Magazin aus 90 bedruckten Seiten bestehen muss, ist danach auch nicht mehr so klar.

Risiken und Nebenwirkungen
Ist das Kunst, oder muss ich das hinter dem Buchregal verstecken? Wikileaks und Panama Papers lassen grüßen. Hoffentlich ist auf dieser CD-Rom nicht auch noch irgendwo ein Trojaner-Virus versteckt.

> Voortuin online

Sven Job

OOOM

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Wer Inspiration sucht, der braucht anscheinend erst einmal eine teure Uhr. Oder eine Couch im Wert eines Kleinwagens. Oder noch eine teure Uhr. Vielleicht kommt die Erleuchtung dann ja schneller, wer weiß. Auf jeden Fall überrascht seitenlange Werbung für edle Produkte in einem Heft mit dem Dalai Lama auf dem Cover. Zunächst. Hat man sich etwas intensiver mit den fast 200 Seiten von OOOM beschäftigt, macht es jedoch Sinn.

“Inspiring People” ist der Claim des Magazins aus Österreich, dessen erste Ausgabe, nach der Nullnummer Ende 2015, nun erschienen ist. So ein Motto ist nicht verkehrt, schließlich setzt man sich damit inhaltlich kaum Grenzen. Jesus, Charles Manson, SpongeBob. Der Mensch lässt sich relativ schnell inspirieren und ist dabei in seiner Auswahl nie wählerisch gewesen. In OOOM ist das Kriterium für eine inspirierende Person schnell ausgemacht. Fast alle porträtierten Personen im Heft sind Legenden, Pioniere, Visionäre oder gleich Weltstars. Dabei natürlich irre erfolgreich und in der Logik von OOOM demnach inspirierend.

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Bitte nicht falsch verstehen: OOOM hat zweifellos tolle Geschichten zu bieten, schöne Fotos und eine edle Aufmachung - eine Tatsache übrigens, die im Editorial etwas zu selbstbewusst herausgestellt wird. Aber wen der Personenkult des sich luxuriös gebenden Magazins jetzt genau inspirieren soll, bleibt fraglich. Vielleicht kann man da wieder die Brücke zum Dalai Lama schlagen (der übrigens nur auf einer Covervariante abgebildet ist, auf der zweiten ist der “Weltstar des Electroswing” Parov Stelar zu sehen): Finden bei dem geistigen Oberhaupt Tibets nicht auch Weltstars und erfolgreiche Menschen ihre Antworten? Zweifellos ist auch OOOM Teil dieser Welt und wird wohl am richtigen Ort gelesen werden: auf einer 7.000 Euro-Couch.

Warum soll ich das lesen?
Du hast an der Stelle mit “SpongeBob” in diesem Text heftig genickt. Es wird Zeit für neue Helden.

Risiken und Nebenwirkung
All die großen Persönlichkeiten in OOOM wirken auf Dich einschüchternd. Verängstigt versteckst Du Dich unter Deinem Kissen von, na klar, SpongeBob.

> OOOM online

Florian Tomaszewski

Ehrenfelder

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Stadtmagazine gibt es viele – und wir haben uns auch schon ein paar angesehen. So gibt es aber auch Straßenmagazine und andere, die nur bessere Terminkalender sind. Und dann gibt es ab und zu Eines, das wirklich versucht, das Gefühl einer Stadt oder nur eines Viertels einzufangen. So wie Ehrenfelder.

Ich wohne selbst in diesem Stadtteil von Köln – da musste ich mir Ehrenfelder mal ansehen. Und es hat sich gelohnt. Wer in der Stadt wohnt oder auch nur als Tourist mal rumgekommen ist, der weiß mit Ehrenfeld etwas anzufangen. Das “Veedel” ist vielleicht nicht mehr so hip wie früher, aber zum Ausgehen und Wohnen begehrt wie immer. Ach und eins: Der Dönerladen, den Böhmermann vor einem Jahr in den höchsten Tönen auf Twitter gelobt hat? Steht hier an der Venloer Str., aussteigen Haltestelle Gürtel.

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Thema in der dritten Ausgabe ist “Der innere Widerstand”. Ehrenamtlich gemacht von einem Team von Grafikern und Freelancern, sind wir sofort beim Kern vom Magazin-machen: Irgendwie fehlt immer die Zeit. Oder der innere Widerstand ist zu groß. Schön, dass es noch geklappt hat. Vor allem Leser, die sich hier auskennen, werden die Essays und Reportagen interessieren: über die größte Moschee des Landes, die immer noch nicht fertig ist, über den berühmt-berüchtigten Herkules-Turm. Aber auch über Wand-Graffitis, die nicht jedem gefallen, über Bebauungspläne inmitten des Veedels (die nicht jedem gefallen). Oder über das Honig-Imkern zwischen Wohnhäusern, Verkehrsadern und wiederbegrünten Industrieflächen – das wird mit Sicherheit jedem gefallen.

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Warum soll ich das lesen?
Ehrenfeld zeigt, wie Integration funktionieren kann. Und Du möchtest auch kein “Immi” mehr sein, sondern dazugehören. Ehrenfelder hilft Dir dabei, Deine Stadt besser kennenzulernen.

Risiken und Nebenwirkungen
Du liest als Erstes den Text einer Frau, die ihren “inneren Widerstand” gegen den Karneval einfach nicht ablegen konnte. Egal, wie sehr sie es versucht hat. Aber ohne Karnevalsliebe, fragst Du Dich, kann es da überhaupt was werden mit der erfolgreichen Integration?

> Ehrenfelder online

Sven Job

 

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