Akademische Mitteilungen 21: Paradise

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Der Garten Eden. 40 Jungfrauen. Sehnsucht und Sonnenuntergang. Steuerparadies. Das Paradies der Werktätigen. Darauf eine Piña Colada. Ewiger Friede, ewige Erfüllung. Die Monotonie. Die Südsee. Paradiesische Zustände und blühende Landschaften. Utopie, Dystopie. Das Schlaraffenland.

Die Studenten Mado Klümper und Sara Cristina Moser der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart haben sich für ihre Ausgabe von Akademische Mitteilungen kein kleines Thema ausgesucht. Ganz im Gegenteil – unter dem Motto “Paradise” ist den Grafikern und Textern ein Heft gelungen, metaphernreich und kontrastreich, manchmal Kunst und manchmal kritisch, mal klug, mal bildstark. Ein Heft, das außerdem eine Frage in den Mittelpunkt stellt: Wer sind Adam und Eva denn nun wirklich (gewesen)? Und was würden sie uns heute berichten, wenn Sie einen Blick auf das Drama der Moderne werfen könnten?

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Die Bandbreite der Darstellungsformen ist genauso groß wie die kleinen Themata im großen: ein Bild-Essay über die DomRep, ein Interview mit dem Künstler und selbsternannten Heiler AA Bronson und eines mit einem Schamanen, ein Blick hinein in unsere Träume und ein anderer hinaus in unsere Galaxis. Dazu Fotostrecken von wilden Tieren, von Gletschern und aus dem Libanon.

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Bei AM ist jede Ausgabe anders und von Grund auf neu konzipiert. Dahinter steckt der Gedanke, die Studenten mal machen zu lassen, sie ausprobieren und zeigen lassen, was geht. Das ist auch bei Paradise wieder gelungen. Die Auflage ist mit 1000 Exemplaren wie immer stark limitiert.

Warum soll ich das lesen?
Unterstütze die Jungen und Wilden! Und träume von besseren Zeiten im Paradies.

Risiken und Nebenwirkungen
Das Cover erzeugt hohe Erwartungen, die Akademische Mitteilungen 21 unmöglich einlösen kann. So viele Palmen gibt es gar nicht im Heft!

> AM 21: Paradise online

Wir haben bereits zwei Ausgaben davor besprochen:
> Review AM XX
> Review AM 17

Sven Job

Paper

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Ein Stadtmagazin mit Ausgehtipps und Interviewporträts sympathischer Locals, mit Tipps und Tricks über where to buy, where to eat and what to do – das ist doch très chic! Und da wir von Köln sprechen, ist das ein Heimspiel für uns und darum eine Freude und Ehrensache, einen oder zwei Blicke zu riskieren.

Das Magazin Paper will sich Köln vornehmen – Viertel für Viertel (oder wie wir in Köln sagen: Veedel). Los geht’s in der Debütausgabe mit dem Rathenauviertel. Vom Namen her klingelt es da bei internationalen Besuchern vielleicht nicht so sehr wie bei Ehrenfeld oder dem Belgischen Viertel. Es wäre aber trotzdem sehr schade, dieses Steak von städtischer Ausgeh- und Shoppingkultur zwischen den Kölner Ringen und Universität zu übersehen. Paper schärft den Blick.

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Drin in Paper: eine Stadtführung mit Jana Wenge, die uns auf eine Erkundungstour mitnimmt durch ihr Veedel. Dazu kulinarische Empfehlungen, die den Klassiker “Himmel un Ääd” neu interpretieren sowie Features über Modemacher und Ladenbetreiberinnen, die von ihrer Beziehung zur Stadt erzählen.

Vor allem Geschichten finden ihren Platz und ihre Stimme in Paper – die der Zugezogenen und Kreativen genauso wie die derjenigen, die das Rathenauviertel schon lange ihre Heimat nennen. Das macht Paper nicht nur zum regelmäßig erscheinenden Touri-Führer, sondern bietet noch mehr den Menschen, die sich schon ein bisschen hier auskennen und mehr erfahren wollen über Früher, Heute und Morgen.

Die nächste Ausgabe wird im Sommer erscheinen. Welches Veedel ist dann an der Reihe? Sülz, die Südstadt, Nippes? Time will tell.

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Warum soll ich das lesen?
Praktisch: die Veedelkarte zum Aufklappen. Zeigt im handlichen Format, wo man gut snacken, trinken, shoppen kann.

Risiken und Nebenwirkungen
Gestern hast Du noch in Hamburg gewohnt, der Kölner Karneval war für Dich eine höchst irritierende Veranstaltung. Heute liest Du Paper, und morgen ziehst Du dann doch nach Köln. Übermorgen feierst Du im Bienchenkostüm – im Rathenauviertel natürlich. Den weiteren Verlauf kann man sich ja denken.

> Paper – Das Printmagazin für Kölns Veedel

Sven Job

Schluck

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Eine besondere Freude sind uns ja immer Magazine, die sich einem unserer Herzensthemen widmen. Das können dann TV-Serien, Fussball oder Lego sein. Die eigene Leidenschaft auf gedrucktem Papier ist stets ein besonderer Genuss, das bekannte Terrain gibt uns zusätzliche Sicherheit in einer abschließenden Beurteilung. Neben den aufgezählten Themen fühlen wir uns in einem besonders wohl: Alkohol.

Was uns bei Mixology und Hot Rum Cow überzeugt hat, gelingt auch schluck. Dabei richtet es das Auge nicht auf irgendeinen Fusel, sondern den göttlichen Trank schlechthin: Wein. Glücklicherweise hat das Magazin dabei nicht die Schwere manches Tropfens, den es bespricht. So geben die Herausgeber nicht ohne Stolz bereits im Vorwort zu, alle Exemplare der ersten Ausgabe verkauft zu haben. Und dass sie trotzdem pleite sind. Vielleicht sieht man die Welt durch ein Weinglas doch etwas entspannter.

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Nun also die zweite Ausgabe, wieder ohne Großverlag im Rücken. Einfach aus Überzeugung und voller Leidenschaft. Das Heft stellt Winzer vor, Regionen des Weinanbaus und wirft einen Blick auf andere Erscheinungsformen des Alkohols wie Bier und Grappa. Ein tolles Layout und der lockere Ton der Texte, inklusive einer Prise Irrsinn, machen schluck auch für Nicht-Trinker interessant. Aber mit denen stimmt ja was anderes nicht.

Warum soll ich das lesen?
Du lernst bei der Lektüre von schluck mehr als auf jeder Weinprobe. Und bist am Ende nicht einmal betrunken.

Risiken und Nebenwirkungen
Du freust dich trotzdem am meisten auf den praktischen Teil.

> schluck online

Florian Tomaszewski

curt

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Worum beneiden wir die Leute in München eigentlich so? Um die Mieten sicherlich nicht. Wohl eher um das Wetter, die Biergärten, die Seen, die Berge und die Nähe zu Italien. Mit dem Stadtmagazin curt darf gerne ein weiterer Punkt dieser Aufzählung hinzugefügt werden.

Das kostenlose Magazin erscheint 3 bis 4 mal im Jahr und liegt an ausgewählten Orten Münchens aus. Alternativ lassen sich alle Ausgaben als e-paper auf dem Blog durchblättern. Realisiert wird das Heft durch die Zusammenarbeit verschiedener Journalisten, Grafiker, Fotografen und Illustratoren. Ein Oberthema gibt den Inhalt jeder Ausgabe vor – so machen sich die Autoren beispielsweise mal über “Heimat” und dann über den für München typischen Ausruf “Lecko Mio” Gedanken. Danke derartiger Features wird das Heft auch für uns arme Schweine interessant, die nicht das Glück haben, in München zu leben.

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Natürlich findet der Leser auch die für ein Stadtmagazin typischen Ausgehtipps und Empfehlungen für das gute Leben in der Stadt – und in curt auch wirklich hübsch präsentiert. Zielgruppengerecht passt das Magazin mit seinem handlichen Format in jeden Picknickkorb (Semesterferien) oder lässt sich unauffällig unter dem Tisch lesen (Vorlesung). Liebe deine Stadt, sagen wir hier in Köln. Aber das muss man euch wohl nicht erzählen, liebe Münchner.

Warum soll ich das lesen?
Um den Vibe einer Stadt zu erfassen, muss man nicht unbedingt vor Ort sein. Manchmal reicht ein Magazin wie curt.

Risiken und Nebenwirkungen
Wir müssen über den FC Bayern reden…

> curt online

Florian Tomaszewski

EyeEm

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Ist das schon Kunst, oder noch Kommerz? Was für eine dumme Frage – EyeEm ist ein Magazin, wie es heute viele gibt. Nämlich als Showcase, der analog fortsetzt, was schon lange im Netz stattfindet. EyeEm ist zuerst eine weltweite Foto-Community, in der sich talentierte Amateure und ausgewiesene Profi-Fotografen tummeln. Als “Collection of real photography” featuret das Magazin dazu also ausgewählte Arbeiten aus Shanghai und Nigeria, Australien und Ecuador. Und weist natürlich immer darauf hin, mit welchem Equipment, die oft beeindruckenden Bilder zustande kommen – und dass sie ein jeder auf der EyeEm-Plattform anbieten kann.

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Warum soll ich das lesen?
Das Magazin ist ein Kunstband sowie ein Katalog für eine Dienstleistung und eine Idee zugleich. Dass das auch anderswo gut funktioniert, zeigt z.B. Pineapple aus dem Hause Airbnb.

Risiken und Nebenwirkungen
Du fotografierst gerne Dein Essen oder Deine Füße? Das gibt’s in EyeEm auch. Also musst Du Dir was Neues einfallen lassen. Aber interessante Dinge gibt es ja überall zu sehen, oder?

> EyeEm Magazine online

Sven Job

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