Introducing: Zines of the Zone

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Julie and Guillaume from Zines of the Zone

Wouldn’t it be awesome to travel through Europe, have a short stay here and there, meeting old friends and making new ones in the process? Julie und Guillaume are on a real long road trip and combined this adventure with their great passion for Zines. They build up an international library for Zines called Zines of the Zone. In all of Europe, there is a massive scene of people creating their own photo and indie zines, printing them and putting them together all in one. Along with their friends Basile and Sergej, Julie und Guillaume go from city to city, showing their collection of Zines and picking up new ones. A story that should never end. I met the two for a short chat.

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Hi! That’s a wonderful project you have. Maybe you just introduce yourself?
Julie Hascoët: We are a group, changing and open. We are a non-profit organization from Nantes and mostly we are interested in visual arts.

What’s the motivation behind your project?
Julie: Travelling around Europe! And we love photo books and zines. We want to build a public archive and meet the publishers to get the story behind their books. We’re interested in everything that is self-published: Photo Zines and books, independent magazines and newspapers.

Okay. Where have you been so far?
Guillaume Thiriet: Oh. We went to Spain, Italy, Portugal, the Balkan countries, Turkey, Bulgaria, Romania, Hungary, Czech Republic, Austria, Germany, Poland and the Baltic countries, Scandinavia, then back to Germany and we still have months to go before we go back to France! On our first German stay, we did Berlin and Leipzig. Now we’re on our way to the Netherlands we’ve visited Hamburg and now Cologne.
Julie: We started at the end of January. We started with 250 books and now we have 700.

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Where do you find the magazines when coming to new cities?
Julie: Well, we spent one year building our library and getting in touch with local publishers. Each time we are in a new city, we organise events and invite local publishers to come and bring their book or zine. This way, we collected 450 books already. Here in Cologne, it’s our 41st event now. It’s nice, people just come by and say: “Hey, I brought something for you”. Sometimes, when we come to a new city, mail with new zines is already waiting for us at our host’s address.

Amazing. We wish you many more great Zines for your collection and a great trip through the rest of Europe!

> Zines of the Zone online
> Eine Übersicht über die Fanzine-Sammlung
> Tumblr über die Reise durch Europa

Das Gespräch führte Sven Job

 

Boneshaker

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Ein Fahrrad ist nicht nur praktisch, sondern auch verdammt cool. Möglichst retro, möglichst individuell. In den Großstädten prägen schnauzbärtige Jünglinge auf geschmeidigen Rennrädern mittlerweile das Straßenbild. Selbst in den USA entdecken sie gerade die Lust an der Pedale und ziehen rechts und links an spritfressenden SUVs vorbei. Dieser Trend ist natürlich nicht am Magazinmarkt vorbeigegangen. Von Bristol aus wird Boneshaker veröffentlicht und richtet sich an alle, denen ihr Fahrrad mehr als ein Fortbewegungsmittel ist.

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Das werbefreie Heft hat einen wunderbaren Look, satte Farben und eine abwechslungsreiche Gestaltung. Besonders die Cover sind immer ein kleines Kunstwerk für sich. Außerdem ist sein handliches Format ideal für jede Satteltasche. Boneshaker blickt auf die Geschichte des Fahrrads zurück, stellt Enthusiasten und sympathische Spinner vor, gibt aber auch einen Einblick in fremde Kulturen, wie beispielsweise Indien und seine Rikscha-Fahrer. Eine rundere Sache als Boneshaker ist nur der Reifen Deines Mountainbikes.

Warum soll ich das lesen?
Radfahren und lesen. Welch wunderbare Kombination!

Risiken und Nebenwirkungen
In frühestens vier Wochen kann der Gips wieder ab. Gute Besserung!

> Boneshaker online

Florian Tomaszewski

Augustin – Die erste österreichische Boulevardzeitung

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Nächstes Jahr feiert der Augustin, die “erste österreichische Boulevardzeitung”, sein zwanzigjähriges Jubiläum. Nun verbindet man mit Wien, dem Hauptverteilungsort des Augustins, nicht zuerst soziales Elend und Obdachlosigkeit. Wien, das sind Opern und Bälle. Wien, das sind toller Kaffee und Sachertorte. Wien, das ist Jahrmarkt an 365 Tagen im Jahr! Alles leiwand. Und dort heißen die Straßenzeitungen “Boulevard”, das sagt doch schon alles. Aber schon immer galt, wo viel Geld, da auch viel Elend. Und das gilt auch für Europa im Zeitalter der Krise. Krise kommt übrigens vom griechischen “krinein”, was “sich unterscheiden” heißt. Doch wovon unterscheidet sie sich noch, wenn sie permanent da ist?

Der Augustin, der von einem recht großen Team an Sozialarbeitern betreut und von 450 Verkäufer/innen verteilt wird, ist nicht nur aus Mitleid eine lohnenswerte Anschaffung. Klar, das wird für viele der Grund sein, das Heft das erste Mal zu kaufen. Aber die Menschen, mit denen ich in Wien über die Zeitung ins Gespräch gekommen bin, schienen sich auf die zweiwöchentliche Neuerscheinung wirklich zu freuen. Für viele ist der Augustin ein Teil der Stadt. Die Themen und die Sprache sind auch alles andere als banal. Professor Fritz Hausjell vom Publizistik-Institut in Wien nannte ihn einmal das “soziale Gewissen Wiens”. Bestimmt nervt dieses Gewissen die so sehr auf Prunk und Pomp fokussierte Stadt genau so, wie das eigene Gewissen nervt, wenn man abends mal wieder richtig über die Stränge geschlagen hat. Dabei ist es doch das, was einen am Leben hält. Und gerade eine Stadt, die zu einem einzigen Museum zu werden droht, braucht ihren Augustin. Das Leben findet auf den Straßen statt, und nicht vor den goldbesetzten Gustav Klimt-Gemälden.

Warum soll ich das lesen?
Klug und kritisch zugleich muss eine Zeitung erst einmal sein – der Augustin ist beides.

Risiken und Nebenwirkungen
Beim nächsten Mal “Sissi” im Fernsehen wirst Du das verzerrte Bild von Österreich kaum mehr ertragen. Alles wird einem kaputt gemacht.

> Augustin online

Ulrich Mathias Gerr

Hot Rum Cow

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Man muss es ganz klar sagen: In der deutschen Presselandschaft hat der Alkohol keinen guten Ruf. Meist geht es diesem Zusammenhang in grellen Artikeln um Komasaufen, Alkopos und 12-Jährige im Vollrausch. Immer ist es der Missbrauch, der auf Alkohol folgt, selten der Genuss. Eine Ausnahme auf dem heimischen Markt ist da sicher das von uns schon verköstigte Mixology. Interessant wird es, wenn wir unseren glasigen Blick nach Schottland richten. Von Edinburgh aus wird seit 2012 das Magazin Hot Rum Cow veröffentlicht, das den wunderbaren Untertitel “Adventures in the world of drinking” trägt und den Alkohol aus seiner schmuddeligen Ecke holt.

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Fernab jeglicher Klischees stehen hier Freude und Genuss im Mittelpunkt. Jede Ausgabe widmet sich einem alkoholischen Produkt im Speziellen. Gin, Cider, Whiskey und Sherry wurden bereits runtergespült, die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Bier (“The Lager Issue”). Der Leser erfährt etwas über seine Geschichte, die vielfältigen Herstellungsprozesse und stellt das Design ausgewählter Marken vor. Sogar ein eigenes Bier wurde für das Heft gebraut. Zu wenig Engagement kann man den Machern von Hot Rum Cow also wirklich nicht unterstellen. Gleichzeitig weht durch das Magazin eine romantisierende Sehnsucht nach Handgemachten und der guten alten Zeit. Vielleicht ist Hot Rum Cow ja so etwas wie die Landlust für den gepflegten Rausch.

In jedem Fall haben wir es mit einem liebevoll gestalteten Magazin zu tun, augenzwinkernd und doch voller Leidenschaft für sein Thema. Wir hoffen auf viele weitere Ausgaben, ein Blick in unsere Hausbar verrät uns: Stoff gibt es noch genug. Cheers!

Warum soll ich das lesen?
Du kannst Deine Trinkgewohnheiten mit Expertenwissen untermauern.

Risiken und Nebenwirkungen
Der finstere Blick deines Hausarztes verrät Dir, dass Du besser schweigen solltest.

> Hot Rum Cow online

Florian Tomaszewski

Neustart

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Seit über zehn Jahren begleitet das t3n-Magazin die “digitale Boheme“, wie Sascha Lobo die Menschen genannt hat, die zu ihrer Arbeit eher iPhone und W-Lan im St. Oberholz brauchen als Stempelkarte im 9to5-Trott. Zum einen ist diese Kultur mittlerweile natürlich weit über ihre ehemaligen Informatiker-Nerd-Wurzeln herausgewachsen und sozusagen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Zum anderen hat selbst Sascha Lobo zuletzt seine “digitalen Revolution” aufgegeben. Die digitale Revolution hat ihre Kinder auf den Moskauer Flughafen verbannt.

Zu diesem Zeitpunkt bringen die t3n-Macher ein neues Magazin auf den Markt und setzen alles auf Null: Neustart. Im Gegensatz zu t3n verfügt die Zielgruppe von Neustart aber über keine großen Programmierkenntnisse. Die Themen reichen von Debatten über digitale Kultur und der Vorstellung neuer Start-Ups bis zu Rezensionen von neuen Technik-Gadgets.

Wie mein alter Laptop bei einem Neustart immer eine Weile braucht, um in die Gänge zu kommen, so braucht auch das Magazin etwas, um zu zünden. Manchmal wirkt es, als wäre den Machern bei der Erstausgabe selbst noch nicht hundertprozentig klar gewesen, wo man hin wollte. Das entspricht vermutlich dem Geist der digitalen Kultur: erst einmal machen, dann nach und nach verbessern und anpassen. Das Prinzip “Wiki” sozusagen.

Neustart steht dabei vor folgendem Problem: Wie schafft man es, dass dem Leser, der im Schlaf in drei Programmiersprachen codet, also dem typischen Leser des “Mutter”-Magazin t3n, nicht langweilig wird, wenn das gleiche Thema auch für den Laien verständlich sein soll? Wie macht man gleichzeitig eine Phoenix-Dokumentation und eine “Sendung mit der Maus”? In einem großen Bericht über die “Maker”-Szene, also jene Menschen, die mit 3-D-Druckern arbeiten, wird das durch einen Extra-Kasten gelöst, der die technischen Begriffe erläutert. Bei eher Lifestyle-Orientiertem, wie der Titelstory zu MC Fitti, ist das Problem dagegen natürlich nicht existent. Es wird spannend sein, zu beobachten, wie aus der teilweise noch rohen Fassung ein immer schärferes Magazin entsteht.

Warum soll ich das Lesen?
“Digital ist besser”, haben Tocotronic gesagt. Print aber auch.

Risiken und Nebenwirkungen
Die NSA kann sicher auch hier mitlesen.

> Neustart online

Ulrich Mathias Gerr

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