Schluck

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Eine besondere Freude sind uns ja immer Magazine, die sich einem unserer Herzensthemen widmen. Das können dann TV-Serien, Fussball oder Lego sein. Die eigene Leidenschaft auf gedrucktem Papier ist stets ein besonderer Genuss, das bekannte Terrain gibt uns zusätzliche Sicherheit in einer abschließenden Beurteilung. Neben den aufgezählten Themen fühlen wir uns in einem besonders wohl: Alkohol.

Was uns bei Mixology und Hot Rum Cow überzeugt hat, gelingt auch schluck. Dabei richtet es das Auge nicht auf irgendeinen Fusel, sondern den göttlichen Trank schlechthin: Wein. Glücklicherweise hat das Magazin dabei nicht die Schwere manches Tropfens, den es bespricht. So geben die Herausgeber nicht ohne Stolz bereits im Vorwort zu, alle Exemplare der ersten Ausgabe verkauft zu haben. Und dass sie trotzdem pleite sind. Vielleicht sieht man die Welt durch ein Weinglas doch etwas entspannter.

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Nun also die zweite Ausgabe, wieder ohne Großverlag im Rücken. Einfach aus Überzeugung und voller Leidenschaft. Das Heft stellt Winzer vor, Regionen des Weinanbaus und wirft einen Blick auf andere Erscheinungsformen des Alkohols wie Bier und Grappa. Ein tolles Layout und der lockere Ton der Texte, inklusive einer Prise Irrsinn, machen schluck auch für Nicht-Trinker interessant. Aber mit denen stimmt ja was anderes nicht.

Warum soll ich das lesen?
Du lernst bei der Lektüre von schluck mehr als auf jeder Weinprobe. Und bist am Ende nicht einmal betrunken.

Risiken und Nebenwirkungen
Du freust dich trotzdem am meisten auf den praktischen Teil.

> schluck online

Florian Tomaszewski

curt

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Worum beneiden wir die Leute in München eigentlich so? Um die Mieten sicherlich nicht. Wohl eher um das Wetter, die Biergärten, die Seen, die Berge und die Nähe zu Italien. Mit dem Stadtmagazin curt darf gerne ein weiterer Punkt dieser Aufzählung hinzugefügt werden.

Das kostenlose Magazin erscheint 3 bis 4 mal im Jahr und liegt an ausgewählten Orten Münchens aus. Alternativ lassen sich alle Ausgaben als e-paper auf dem Blog durchblättern. Realisiert wird das Heft durch die Zusammenarbeit verschiedener Journalisten, Grafiker, Fotografen und Illustratoren. Ein Oberthema gibt den Inhalt jeder Ausgabe vor – so machen sich die Autoren beispielsweise mal über “Heimat” und dann über den für München typischen Ausruf “Lecko Mio” Gedanken. Danke derartiger Features wird das Heft auch für uns arme Schweine interessant, die nicht das Glück haben, in München zu leben.

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Natürlich findet der Leser auch die für ein Stadtmagazin typischen Ausgehtipps und Empfehlungen für das gute Leben in der Stadt – und in curt auch wirklich hübsch präsentiert. Zielgruppengerecht passt das Magazin mit seinem handlichen Format in jeden Picknickkorb (Semesterferien) oder lässt sich unauffällig unter dem Tisch lesen (Vorlesung). Liebe deine Stadt, sagen wir hier in Köln. Aber das muss man euch wohl nicht erzählen, liebe Münchner.

Warum soll ich das lesen?
Um den Vibe einer Stadt zu erfassen, muss man nicht unbedingt vor Ort sein. Manchmal reicht ein Magazin wie curt.

Risiken und Nebenwirkungen
Wir müssen über den FC Bayern reden…

> curt online

Florian Tomaszewski

EyeEm

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Ist das schon Kunst, oder noch Kommerz? Was für eine dumme Frage – EyeEm ist ein Magazin, wie es heute viele gibt. Nämlich als Showcase, der analog fortsetzt, was schon lange im Netz stattfindet. EyeEm ist zuerst eine weltweite Foto-Community, in der sich talentierte Amateure und ausgewiesene Profi-Fotografen tummeln. Als “Collection of real photography” featuret das Magazin dazu also ausgewählte Arbeiten aus Shanghai und Nigeria, Australien und Ecuador. Und weist natürlich immer darauf hin, mit welchem Equipment, die oft beeindruckenden Bilder zustande kommen – und dass sie ein jeder auf der EyeEm-Plattform anbieten kann.

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Warum soll ich das lesen?
Das Magazin ist ein Kunstband sowie ein Katalog für eine Dienstleistung und eine Idee zugleich. Dass das auch anderswo gut funktioniert, zeigt z.B. Pineapple aus dem Hause Airbnb.

Risiken und Nebenwirkungen
Du fotografierst gerne Dein Essen oder Deine Füße? Das gibt’s in EyeEm auch. Also musst Du Dir was Neues einfallen lassen. Aber interessante Dinge gibt es ja überall zu sehen, oder?

> EyeEm Magazine online

Sven Job

Soap

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Was tun, wenn ein Magazin auf den Tisch geflattert kommt, mit wohlgestaltetem Layout, liegt gut in der Hand, das Thema interessiert und so weiter – nur dummerweise auf Französisch, das wir in der neunten Klasse mit einem lauten Salut aufgegeben haben?

Die Antwort, ganz klar, greif Dir das Ding und reim Dir das Nötigste zusammen. Und halte Dich an Heisenberg: Die Texte verstehst Du nicht so recht, also können sie gleichzeitig gut und schlecht sein. Soap widmet sich generell dem Super-Thema Fernsehserien und in der Premieren-Ausgabe dabei speziell “The Big Bang Theory”. Das auf zehn Seiten aber vergleichsweise kurz kommt. Soap bringt es als Bookzine auf knapp 170 Seiten, und kann  mit einer Vielfalt an behandelten Serien, aber auch einer Vielfalt der Inhalte punkten. Interviews, Kolumnen, gesellschaftsrelevante Betrachtungen zu “Girls”, “Game of Thrones” und “Boardwalk Empire” weisen ganz klar über das Unterhaltungsmedium hinaus. Auch Layout und Design sind auf dem neuesten Stand. Alles super für die vielen seriophilen Menschen unter uns –  wenn da nicht die Sprache wäre!

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Auch einen Blick in die Vergangenheit des Mediums riskiert Soap – etwa mit Features zu “Twilight Zone” und “Emergency Room” (das im französischen Raum bekannt war als “Urgences” – wieder was gelernt!). Neben den angelächsischen Produktionen findet auch der französische Markt Beachtung. Mit Erfolgen wie “Les Revenants – The Returned” passiert bei unseren Nachbarn ja auch einiges.

Warum soll ich das lesen?
Parlez-vous français? Prima, dann viel Spaß mit Soap. Es sind auch schon einige Ausgaben erschienen – mit den Titeln “The Walking Dead”, “Gotham” und zuletzt “Veep”.

Risiken und Nebenwirkungen
Es wäre Zeit für ein deutsches Magazin, jetzt wo sich mit z.B. “Weissensee”, “Deutschland ’83″, “Club der roten Bänder” und “Der Tatortreiniger” auch bei uns etwas bewegt. Da müsste doch mal … achso, nevermind. Egal, ein neuer Versuch muss her!

> Soap online

Sven Job

turi2 edition

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Beginnen wir das Jahr doch mit einem Plädoyer für Print und Slow Media. Die erste Ausgabe der turi2 edition widmet sich ganz dem Gedruckten und dem “analogen Genuss”, wie es so schön im Vorwort von Herausgeber Peter Turi heißt. Da hat er natürlich unsere volle Aufmerksamkeit, vor allem, wenn das ganze noch im schicken Bookazine-Format auf dem Tisch liegt.

Der Branchendienst turi2 wird jedem ein Begriff sein, der – wait for it – “irgendwas mit Medien macht”. Über sämtliche digitalen Kanäle hält der Dienst Medienmacher auf dem Laufenden, knapp und auf das Wesentliche reduziert. Mit der turi2 edition erscheint nun das genaue Gegenteil. 200 Seiten, die dem Leser Zeit abverlangen und schwer im Handgepäck liegen.

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Kern der turi2 edition sind die Bilder des Wiener Fotografen Ian Ehm, der die Kiosk-Kultur Deutschlands portraitiert hat. In diesen wird die Pressevielfalt des Landes ebenso sichtbar wie die Schönheit des Analogen – wem geht bei dem Anblick eines prall gefüllten Zeitschriftenregales schließlich nicht das Herz auf? Daneben werden viele Macher und Entscheider der Branche interviewt und aktuelle Trends beleuchtet (Malbücher für Erwachsene, irgendjemand?). Ach, und die herausnehmbaren Visitenkarten aller Mitwirkenden sind übrigens eine feine Idee.

Nicht nur Medienschaffende dürften an der ersten turi2 edition ihre Freude haben, sondern alle, denen Print am Herzen liegt und die manchmal einfach genug vom digitalen Sturm haben. Zeit zum Lesen bleibt noch, die zweite Ausgabe zum Thema Werbung soll erst im April erscheinen. Slow Media eben!

Warum soll ich das lesen?
Die Entdeckung der Langsamkeit.

Risiken und Nebenwirkungen
turi2 Edition ist schwerer als Dein Smartphone. Auch eine Entdeckung.

> turi2 Edition online

 Florian Tomaszewski

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